Selbstverwaltendes Jugend- und Kulturzentrum Burgstädt

1. Bedarf

Die Region Burgstädt/Mittweida/Rochlitz war in letzter Zeit des Öfteren Thema in der lokalen, nationalen und sogar internationalen Presse. Grund dafür ist die Neonazi-Kameradschaft „Sturm 43“ (heute Widerstand Umland Mittweida), die trotz ihres Verbots Mittweida und Umland terrorisiert. Jugendliche, die sich dieser Entwicklung nicht beugen wollen und dem sich immer weiter ausbreitenden „rechten Mainstream“ entgegenstellen, müssen mit Repression und gewalttätigen Übergriffen rechnen. Nicht zuletzt deshalb verbringt leider die überwiegende Mehrheit ihre Freizeit vor Fernseher, Computer, oder dem Nachkaufen der gängigen Modeklichees. Folge dieser eintönigen Lebnensgestaltung sind Frustration, Ohnmacht, ein grundsätzlicher Mangel an demokratischem Verständnis sowie die Verkümmerung zwischenmenschlicher Kompetenzen.
Es braucht Alternativen zum teuren und passivem Konsum also mehr Möglichkeiten seine Freizeit Aktiv, kreativ und selbstbestimmend zu gestalten. Das in dieser Stadt vorhandene kreative und ehrenamtliche Potential findet bisher kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum bietet vielfältige Gelegenheiten zur Realisierung von Ideen und Projekten und fördert somit dieses Potential, bietet parallel dazu ein Rückzugsraum zur freien Entfaltung und beugt somit Diskrepanzen zwischen Jugend und dem Rest der Bevölkerung vor. Ein solches Zentrum wäre für viele Menschen der Region Begegnungsort mit Raum für sinnvolle Freizeitgestaltung und der Möglichkeit für Eigeninitiative sowie sozialem und Politischem Engagement. Seit den 70er Jahren gitb es in immer mehr Städten Deutschlands selbstverwaltete Jugendzentren. Klein angefangen haben sich viel sehr erfolgreich entwickelt und sind aus dem Leben vieler junger Menschen kaum noch wegzudenken. Für Generationen von Jugendlichen waren und sind sie ein Ort der Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung und Kreativität. Durch ehrenamtliches Engagement, würde das von uns gedacht Jugend- und Kulturzentrum eine Plattform für Bildung und Kultur schaffen, auf deren Grundlagen es auch für die sozial benachteiligten Jugend möglich wäre, Erfolg durch Selbstbestimmung und Kreativität zu erfahren und somit aktiv am öffentlichen und sozialkulturellen Leben teilzuhaben. So könnten Jugendliche unabhängig ihrer sozialen Herkunft Kontakt knüpfen. Die Durchsetzung eines solchen Projektes in Burgstädt wäre somit nicht nur für die Jugend selbst ein großer Schritt, sondern würde auch ein Zeichen im Sinne der Stadtverwaltung setzen: Für Demokratie, Kultur, politische Bildung und die Heranbildung mündiger Bürger. Unserer Einschätzung nach muss der heranwachsenden Generation eine Vielfalt von Möglichkeiten geboten werden, um den, zum Beispiel durch Arbeit der Streetworker begründeten, positiven Impuls in einen dauerhaften Trend zu wandeln. Die von uns gewollte Institution, ein Ort der Akzeptanz, Toleranz und Integration, würde die Bandbreite der schon bestehenden Möglichkeiten noch verbreitern, an der zu erwartenden Wende mitarbeiten und ihr ein Richtung geben.

2. Zielsetzung

Das alternative Jugend- und Kulturzentrum Burgstädt wendet sich in erster Linie an sozial, kulturell und politisch interessierte jugendliche. Es soll jedoch auch offen für engagierte Erwachsene sein und so Raum für Generationsübergreifende Kommunikation bieten.
Die zentralen Aspekte des Zentrums sollen die Selbstverwaltung und Förderung sozialen und politischen Engagements und Interesses sein. Durch die komplette Selbstverwaltung wird sich dieses Projekt von städtischen oder kommerziellen Jugend- und Kulturangeboten Grundlegend unterscheiden. Eigenverantwortliches Handeln steht im Mittelpunkt. Wir halten das für einen wichtigen Bestandteil im Prozess der Loslösung von den Eltern sowie der Persönlichkeitsbildung und Selbstfindung der Jugendlichen. In Diskussionen und konstruktiven Auseinandersetzungen könne wichtige soziale und basisdemokratische Kompetenzen wie Respekt, Rücksicht und Toleranz, aber auch Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein entwickelt werden. Die gemeinschaftliche Verwaltung und Organisation ermöglicht einer Vielzahl von Jugendlichen, sich je nach Fähigkeiten und Neigung aktiv einzubringen. Ein selbstverwaltendes Zentrum ist ein Ort für aktive Gestalten und Kreativität und damit ein Gegenpol zur passiven Konsumgesellschaft. Durch die Förderung von politischem und sozialem Engagement ist es ein Treffpunkt für engagierte und kreative Menschen jeglicher Herkunft. Neben der konkreten Mitarbeit am Betrieb des AJZ soll auch Raum für verschiedenen Gruppen und Projekten vorhanden sein. Die bereit sind sich mit ihrer Arbeit und ihren Ideen in einen selbstverwalteten Projekt einzubringen und sich der Diskussion um die gesellschaftliche Wirkung ihres Tuns oder Lassens zu stellen. Das AJZ kann damit zu einem Ort der Kritischen Auseinandersetzung zum Beispiel mit rechtsradikalem Gedankengut werden und so dem Abgleiten Jugendlicher in rechtsradikale Kreise vorbeugen und entgegenzuwirken.
Durch die Arbeit in unterschiedlichen Gruppen und Initiativen können Jugendliche verschiedene Veranstaltungen und Projekte wie Diskussionen, Workshops, Kunstprojekte, Lesungen, Seminare, Informationsveranstaltungen und Konzerte organisieren. Als ein Ort der sozialen, kulturellen und politischen Kommunikation, Bildung, Auseinandersetzung und Organisation ist ein AJZ somit ein wichtiger Beitrag zu einer kritisch engagierten Jugend.
Das AJZ soll kein Ort wie jeder andere sein, wo nur passiv konsumiert wird. Das AJZ lebt davon, dass jede und jeder nach seinen Neigungen und Fähigkeiten aktiv mitarbeitet.
Selbstverwaltung bedeutet, dass das AJZ von seinen NutzerInnen komplett selbst bestimmt und gestaltet wird. Jeder, der sich einbringen möchte, soll auch Möglichkeiten dazu haben.

Freiraum Actions Bündnis

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